Wann ist ein Knochenaufbau nötig?
Bei geringem Knochenangebot, insbesondere in ästhetisch sensiblen Bereichen, kann vor der Versorgung mit Zahnimplantaten ein Knochenaufbau erforderlich sein, damit der Zahnersatz dauerhaft stabil halten kann. Wir bauen Knochen bevorzugt mit Eigenknochen auf – das Draenert Bone Concept. Prof. Draenert ist Facharzt für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie und hat sich wissenschaftlich intensiv mit Knochenaufbau und Biomaterialien beschäftigt. Eine individuell angepasste Planung mit 3D-Technik sorgt für einen schonenden, sicheren Knochenaufbau und hilft, bleibende Defekte an der Entnahmestelle zu vermeiden.
So führen wir den Knochenaufbau durch
- Lokalanästhesie oder geeignete Narkoseform
- Ambulanter Eingriff
- Etwa drei Monate vor der Implantation
- Idealerweise mit Eigenknochen aus dem Kieferbereich
Ist eine Sofortimplantation nicht angezeigt, sollte das freiliegende Zahnfach (Extraktionsalveole) fachgerecht versorgt werden. Es ist daher anzuraten, bereits die Zahnentfernung vom Spezialisten durchführen zu lassen.

Eigenknochen als bevorzugter Standard
Zum Knochenaufbau verwenden wir bevorzugt Eigenknochen aus dem Kieferbereich. Die Entnahme von lokal gewonnenem Eigenknochen ist ein schonender Eingriff, der Entnahmebereich heilt in der Regel zuverlässig und schnell aus. Eigenknochen ist körpereigen und daher sehr gut verträglich; in zerkleinerter Form heilt er gut ein. Eine Kombination mit geeigneten Biomaterialien kann abhängig vom Defekt sinnvoll sein.

Moderne Schalentechnik: 3D-geplante Schalen und Titangitter
Bei größeren Defekten wird der aufgebaute Knochen mit einer Schale geschützt und in Form gehalten, bis er eingeheilt ist. Darunter liegt ein Aufbau, der überwiegend Eigenknochen enthält. Als Schale dienen eigener Knochen, ein geeignetes Biomaterial oder ein individuell gefertigtes Titangitter. Die Schale wird auf Basis eines 3D-Röntgenbilds (DVT) passgenau für den Defekt geplant und hergestellt. Biomaterialschalen können mit einer von Prof. Draenert entwickelten 3D-Technik individuell gefertigt werden (Tissues & Tools GmbH).


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Weitere Aspekte
Nur in seltenen Fällen ist die Verwendung von Beckenkammknochen nötig; auch diese Technik bieten wir an. Biomaterialien setzen wir gezielt ein und nicht in erster Linie – das gilt für Membranen ebenso wie für Knochenersatzmaterialien. Je nach Umfang des Knochenaufbaus erfolgt die Implantation etwa drei Monate nach der Auflagerung bzw. Anlagerung. Diese Eingriffe können in Lokalanästhesie, bei Bedarf auch in einer geeigneten Narkoseform, ambulant durchgeführt werden.
Wissenschaftlicher Hintergrund
Prof. Draenert hat sich in seiner Habilitation mit dem Knochenaufbau befasst („Das Press-fit-Prinzip bei Biomaterialien und Transplantaten in der Knochenchirurgie“, Universität Mainz 2010) und dazu zahlreiche Fachartikel veröffentlicht, darunter:
- Übersichtsarbeit: Draenert F, Huetzen D, Neff A, Müller WEG (2014): Vertical bone augmentation procedures: basics and techniques in dental implantology. J Biomed Mater Res A 102(5):1605–1613. PubMed
- Draenert FG, Gebhart F, Mitov G, Neff A (2017): Biomaterial shell bending with 3D-printed templates in vertical and alveolar ridge augmentation: a technical note. Oral Surg Oral Med Oral Pathol Oral Radiol 123(6):651–660. PubMed
- Draenert FG, Kämmerer PW, Berthold M, Neff A (2016): Complications with allogeneic, cancellous bone blocks in vertical alveolar ridge augmentation. Oral Surg Oral Med Oral Pathol Oral Radiol 122(2):e31–43. PubMed
- Draenert GF, Huetzen DO, Kaemmerer P, Wagner W (2011): Bone augmentation in dental implantology using press fit bone cylinders and twin-principle diamond hollow drills: a case series. Clin Implant Dent Relat Res 13(3):238–243. PubMed
- Draenert GF, Huetzen D (2013): Knochenaugmentation komplexer Defekte. Implantologie Journal 2/2013:24–38 (deutschsprachig).

